Landesportal Lph

Navigation und Service

Startschuss der Kriminologischen Regionalanalyse (KRA) für die Landeshauptstadt Saarbrücken

Innenministerium erforscht Ursache für Kriminalität in Saarbrücken - Das LPH ist Kooperationspartner der Kriminologischen Regionalanalyse (KRA)

Durch Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamtes (BKA) für das Jahr 2019 im Mai 2020 wurde bekannt, dass Saarbrücken unter 81 deutschen Städten mit über 100.000 Einwohnern (incl. aller Landeshauptstädte) nach Frankfurt am Main, Berlin und Hannover Rang 4 belegt.

Zu den Ursachen dieser Faktenlage gibt es allerdings bisher nur Annahmen, aber keine fundierte „kriminologische Regionalanalyse“. Diese soll nun in Kooperation des Innenministeriums mit dem Landespolizeipräsidium (LPP), der Landeshauptstadt Saarbrücken, dem Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) erstellt werden. Damit sollen einerseits Erklärungsansätze gefunden werden, warum die Landeshauptstadt Saarbrücken diese hohe Kriminalitätsbelastung aufweist. Andererseits soll auf diesen Erklärungsansätzen aufbauend eine zielgenaue Präventions- und Repressionsstrategie für die Landeshauptstadt entwickelt werden.

Innenminister Klaus Bouillon mit Kooperationspartnern Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für die kriminologische Regionalanalyse der Landeshauptstadt Saarbrücken
Foto:MIBS/K. Thomas

Die Kriminologische Regionalanalyse (KRA) bietet sich hier als ein geeignetes Strukturmodell an: sie stellt ein qualifiziertes Lagebild dar, das Kriminalitätsaufkommen in einer Stadt differenziert beschreibt und zudem Erklärungen für spezielle Auffälligkeiten anbietet. Eine KRA ergänzt die beschreibende Darstellung von Kriminalität im Raumbezug um Aspekte der Kriminalökologie, die die Wechselwirkung von regionalspezifischen Ursachen und Einflussfaktoren für Kriminalitätsentwicklung und Entstehungszusammenhängen darstellen soll. Insofern stellt sie eine solide Datenbasis für die Darstellung und Abschätzung der Entwicklung der örtlichen Kriminalitätslage dar und kommt als Ausgangspunkt rationaler Präventions- und Repressionsstrategien in Betracht. Ihre wesentlichen Vorteile liegen in der Bestandsaufnahme, der Problemerkennung und Ursachenanalyse.

Die Kriminologische Regionalanalyse enthält folgende Bausteine:

  • Die Darstellung der regionalen Struktur und Gliederung des zu untersuchenden Gebietes sowie die der Siedlungs - und Bevölkerungsstruktur
  • Einen Überblick über das Kriminalitätsgeschehen bzw. die wichtigsten Ist-Stände, Veränderungen, Trends und Auffälligkeiten, d.h. das polizeilich erfasste Hellfeld
  • Eine allgemeine Bürgerbefragung zum Sicherheitsgefühl, Einschätzung der Kriminalitätsentwicklung und Viktimisierung als Teil der quantitativen Dunkelfeldforschung
  • Narrative Experteninterviews als Teil der qualitativen Dunkelfeldforschung
  • Eine Bestandsaufnahme der Träger der formellen und informellen Sozialkontrolle
  • Daraus folgend Erklärungsansätze für die vergleichsweise hohe Kriminalitätsbelastung Saarbrückens sowie Vorschläge bzgl. repressiver und präventiver Folgemaßnahmen.

Die Durchführung dieses Projekts unter der Leitung des Ministeriums für Inneres, Bauen und Sport findet im Zeitraum vom 03.09.2020 bis Herbst 2021 statt.

Aufgabe des LPH wird neben redaktioneller Unterstützung des Projekts die Durchführung der Bürgerbefragung zum Sicherheitsgefühl sein. Sie umfasst

  • Eine Zufallsstichprobe unter Einbeziehung aller Saarbrücker Bürger*innen ab dem 16. Lebensjahr
  • Eine Postsendung in schriftlicher Form sowie eine Onlineversion in mehreren Sprachen
  • Fragestellungen zum Sicherheitsgefühl und zur Kriminalitätsfurcht

Die Bürgerbefragung liefert auch aussagekräftige Erkenntnisse zu den Sicherheitsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

"Das LPH liefert damit eine breite Datengrundlage für künftige Planungen innerhalb eines passgenauen repressiven und präventiven Handlungskonzepts für unsere Landeshauptstadt", so Dr. Eric Planta, Institutsleiter des LPH abschließend.

Aktueller Bericht vom 3. September 2020

Sybille Becker-Oehm

Hanspeter-Hellenthal-Straße 68
66386 St. Ingbert